a3.jpg Der Weltschachbund hat die Regeln verschärft und bestraftVerspätungen mit Punktverlusten. Für die Profiligen ist diese Regeländerung verständlich: Wenn Presse und Zuschauer warten müssen, bis sich die Spieler bequemen, das Spiel zu beginnen, ist das ärgerlich und unerwünscht. Die Funktionäre in Deutschland sahen sich nun veranlasst, für diese Saison ebenfalls neue Verspätungsregeln einzuführen. Dabei ging es drunter und drüber, wie Stefan Löffler in der neuen Ausgabe von Schach (10/2009) berichtet.

In NRW ist ein Mannschaftskampf nun statt nach einer Stunde schon nach einer halben Stunde vorbei, falls eine Mannschaften sich verspätet. In den Amateurligen hat man allerdings eher selten mit Pressevertretern und großen Zuschauermengen zu rechnen. Außerdem wollen Amateure in der Regel spielen und nicht kampflos Punkte gewinnen. Was für die Profiligen sinnvoll sein mag, führt bei Amateuren zu Ärger und Frust. 

Leidtragende der Neuregelung war unsere Dritte. Mit Verspätung gestartet und wegen eines Stadtfestes mit Straßensperrungen in Wadersloh herumgeirrt, traf man mit 35-minütiger Verzögerung am Spielort ein und wurde so Opfer der Regeländerung. 

Mehr Glück hatte da die Erste. Ein Stau (siehe Bild) am Kreuz Oberhausen kostete 1 Stunde und 20 Minuten, so dass wir erst nach 12 Uhr in Duisburg eintrafen und auch nach den alten Regeln verloren hätten. Unsere Gegner waren noch fast vollzählig versammelt und wir einigten uns darauf, in einem Blitzturnier nach Scheveninger System den moralischen Sieger zu ermitteln. Obwohl unsere Duisburger Kontrahenten ihre Truppe mit dem Schiedsrichter komplettieren mussten, hatten wir auch im Blitzschach das Nachsehen.